Baskenland – Bilbao

Es ging weiter ins Baskenland. Auf den rund 200 km nach Bilbao gingen wir noch im Lidl einkaufen und mal wieder in ein Gartencenter. In letzterem wurden wir mal wieder nicht fündig und kehren wohl ohne Olivenbaum zurück nach Deutschland.

In Bilbao stellten wir uns am frühen Abend auf den noch letzten freien Platz auf dem Stellplatz im Stadtteil Zamudio. Auf einer angrenzenden Wiese saßen wir bei Sonnenschein auf einer Picknickbank, machten ein paar Anrufe nach Hause und planten wie der nächste Tag aussehen würde. Alle paar Minuten rauschten Flugzeuge über uns hinweg, da BIO (Bilbo-Loiuko aireportua) nicht weit entfernt war. Skyla spielte auf einer Rutsche, die auf dem Hang gebaut war. Es gab belegte Baguettes zum Abendbrot und wir gingen früh ins Bett.

Am nächsten Morgen schliefen wir trotz angrenzender Baustelle und Fluglärm lang. Wir packten alles ein für einen Tag in der Stadt und machten uns auf den Weg zum Bahnhof.

Etwas verwirrt standen wir am Ticketautomaten. Ich tippte immer den spanischen Namen unserer Endhaltestelle ein, ohne Ergebnis. Ein Mädchen half uns die Tickets zu ziehen, denn ich hatte nicht bedacht, dass die Station in baskisch ganz anders hieß. An den Straßenschildern hatten wir schon bemerkt, dass es hier noch eine weitere Sprache neben Spanisch gab. Viel z und viele unaussprechliche Laute – so erlebten wir die Sprache der Basken.

In der Altstadt von Bilbao angekommen schlenderten wir durch die Altstadt Richtung Mercado de la Ribera, die größte Markthalle Europas. Es herrschte buntes Treiben in den engen Gassen, die Leute kauften Lebensmittel ein oder genossen das sonnige Wetter in einen der vielen Cafés.

In der historischen Markthalle gingen wir durch die Stände mit vielfältigem Angebot: Fisch und Fleisch, Obst, Gemüse, Gebäck und Gewürzen. Es war schon fast Marktschluss und wir hatten Hunger und fanden eine riesige Auswahl an Pintxos (gestapelten Tapas) an den fünf Tapasbars im Erdgeschoss.

Ich holte drei Runden verschiedenster Pintxos, die aussehen wie kleine Kunstwerke: mit Fleischspießen, Garnelen, Ziegenkäse, Schinken oder auch mit Glasaal (sah aus wie kleine, silberne Schlangen).

Einfach lecker und abenteuerlich, da man nie genau wusste was man denn da überhaupt auf dem Teller hatte. Zu trinken gab es frisch gezapften Bier und Aperol.

Zum Nachtisch gab es noch eine „Carolina“: Schaumkuss auf einer Mürbeteigschale, die mit Puddingcreme gefüllt ist. Mhhhh…..

Gut gestärkt gingen wir Richtung Ria (Flussarm) auf die andere Seite der Altstadt. Es war leer geworden, kaum noch Leute in den Einkaufsstraßen, es war Siesta. Die Sonne verschwand hinter einer Wolkendecke.

Wir bogen einmal rechts ab und einmal links und waren in der Calle Ledesma, die Restaurantstrasse der Stadt. In den Tavernen, Bars und Restaurant, die hauptsächlich Pintxos anbieten, kam man kaum hinein, so voll war es. Die Straße war voll mit Leuten: Muttis mit Kindern, Männer im Anzug, jung und alt, alles war vertreten und fast alle tranken einen guten tropfen Wein. Das Stimmengewirr der Leute halte durch die Gassen, es schien aus wenn alle gute Laune hätten – so geht Siesta!

Wir schlenderten am Fluss Nervión entlang. Skyla spielte „Engelchen flieg“ mit uns und Lilly fühlte sich im Kinderwagen wohl und war zufrieden.

Schon von weitem sahen wir ein abstraktes Gebäude – das Guggenheim-Museum.

Rund, eckig, klein, groß und wie in Alufolie eingepackt sah es aus, das Must-See in Bilbao. Den Museumsbesuch schenken wir uns mit Kleinkind, stattdessen ging es zum Spielplatz nebenan und zu „Puppy“ – eine 7-Meter hohe Hundefigur die mit bunten Blumen bepflanzt ist.

Nebenan erweckte ein Straßenkünstler unser Interesse und kurzerhand bemalten Skyla und ich einen kleinen Puppy aus Beton, sodass wir nun ein selbstgestaltetes Rosa-Lila-Glitzer Souvenir mit nach Hause nehmen.

Auf der anderen Seite des Museums bestaunten wir noch die „Maman“- die Riesenspinne und schlenderten dann zurück am Fluss entlang.

Über die Zubizuri-Brücke, eine weiße Bogenbrücke mit Glasboden, ging es auf die andere Flussseite wo ein toller Spielplatz auf Skyla wartete. Es war später Nachmittag der Spielplatz war voll mit Kindern und Eltern. Skyla rannte los und kletterte auf einen der Hügel.

Ich guckte nur kurz weg und unterhielt mich mit Michael und verlor Skyla aus den Augen. Nach ein paar Minuten schauten wir uns um, suchten sie, aber wir konnten sie nicht finden. Ich fing an den Spielplatz abzusuchen. Keine Skyla….

Ich war kurz vor Panik…dann.. nach einer gefühlten Ewigkeit hörte ich sie weinen. Michael kam mit ihr auf dem Arm an. Sie hatte uns gesucht, nicht gefunden und stand heulend an der Straße. Was ein Schreck. Wir beruhigten uns alle und gingen wieder Richtung Altstadt.

Athletic Bilbao spielte am Abend. Wir sahen einige Fußballfans in rot-weißen Outfits und mit den traditionellen, schwarzen Baskenmützen und nachdem wir nochmal durch die Straßen der Altstadt spazierten und somit noch ein wenig Bilbao-Flair aufgesogen hatten fuhren wir mit dem Zug wieder zu Sunny zurück.

Uns hat Bilbao gut gefallen. Es ist recht kompakt, alles ist gut zu Fuß zu erreichen. Es gibt hier nicht die mega Sehenswürdigkeiten und den großen Sightseeing-Marathon, es geht darum die gelassene Mentalität Bilbaos kennen zu lernen. Bilbao ist entspannt und eine Reise wert.

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